Praxisbeispiele von Kirche und Sport

Praxisbeispiele Kirche und Sport

Eichenkreuz Nürnberg - Sportarbeit der Evangelischen Jugend Nürnberg

Eichenkreuz

Das Eichenkreuz-Motto:  Freude – Respekt – Engagement

Freude          
am Sport, am Miteinander, am Spiel, an der Begegnung

Respekt
beim Umgang im eigenen Team und mit den Spielpartnern

Engagement
für Menschenrechte, Frieden, Integration;
gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus

Eichenkreuz

Eichenkreuz Nürnberg (EK) umfasst derzeit 50 Sportgruppen mit ca. 1.200 Mitgliedern und rund 150 ehrenamtlichen Mitarbeitenden aus der evangelischen Jugendarbeit und ihren Jugendverbänden Christlicher Verein junger Menschen (CVJM), Entschieden für Christus (EC) , Christlicher Jugendbund (CJB), Evangelische Jugendsozialarbeit (EJSA) und dem Verband christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder ( VCP), aus Kirchengemeinden, Einrichtungen der Jugendhilfe und der Diakonie. Ein großer Schwerpunkt liegt auf Sportangeboten in Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Vertreten sind rund 20 Nationalitäten.
Die Besonderheit der EK-Spielrunden ist die Integration von Teams wie FC Walia (afrikanisches Team), Brügg’nbauer (Behinderte und nichtbehinderte Menschen), Maccabi Nürnberg (jüdisch-russisches Team), JHZ Rummelsberg (Einrichtung der Jugendhilfe), BSE Nürnberg (Einrichtung für blinde und sehbehinderte Menschen) und Teams aus der Offenen Jugendarbeit.

EK ist Mitglied im Bayerischen Landes-Sportverband e.V., Kreis Nürnberg

Eichenkreuz

Sportarten
Fußball, Volleyball, Beachvolleyball, Tischtennis, Badminton, Fitness, Indiaca, Eltern-Kind-Turnen.

Ressourcen
Sportanlage Marienberg, Nutzung der Turnhallen der Wilhelm-Löhe-Schule und städtischer Turnhallen.
Sportreferentin mit 7 Wochenstunden und ehrenamtliche Sportgruppenleiter/-innen.

 

Aktivitäten im Bereich Menschenrechte, Frieden, Integration – gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus von 2000 - 2013 (in Auswahl):

  • Nicaragua-Projekt: Unterstützung der lutherischen Kirche in Nicaragua durch die EK-Volleyballteams seit 2000. Spenden, Sportgeräte und gegenseitige Besuche. Engagement im Rahmen der Partnerschaft des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Nürnberg mit der Lutherischen Kirche in Nicaragua. Zuletzt im August 2010. Angesiedelt bei den EK-Volleyballgruppen

  • Kosovo-Projekt: Seit 2001 Unterstützung von acht muslimischen Familien im Dorf Pacaj im Kosovo durch Grundnahrungsmittel. Förderung der Dorfkinder mit Schulmaterial und Büchern.
    Angesiedelt bei EK Sebald-City-Bühler und den EK-Fußballgruppen.

  • Fußballfest gegen Rassismus in Nürnberg-Mögeldorf seit 2005. Kooperation von EK Nürnberg, Evangelischer Jugend Nürnberg und dem Ausländerbeauftragten des Evangelisch-Lutherischen Dekanats. Zahlreiche Aktionen, u.a. Ausstellungen zum Thema ‚Fußball und Menschenrechte’, Aktion gegen das Gefangenenlager Guantanamo bei der WM 2006, Jugendaktion ‚Mach dir ein Bild’ gegen Rassismus. Schirmherr jeweils Bürgermeister Horst Förther. Am 17. Mai 2014 fand das 10. Fußballfest gegen Rassismus statt.

  • Selbstverpflichtung gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus
    Sie wurde zum 3. Fußballfest gegen Rassismus gestartet und inzwischen von ca. 1.200 Menschen unterzeichnet, darunter Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Bürgermeister Horst Förther, Landesbischof a.D. Dr. Johannes Friedrich und Stadtdekan Michael Bammessel. Alle Teams des Fußballfestes gegen Rassismus müssen diese Erklärung als Voraussetzung zur Teilnahme unterschreiben.

  • StreetsoccerCup seit 2006
    Große Kooperation mit Jugendamt, SportService, BLSV-Sportjugend und BLSV-Projekt ‚Integration durch Sport’, Kreisjugendring Nürnberg-Stadt mit zahlreichen Jugendverbänden.
    Wir erreichen gemeinsam an den 6 Spielterminen auf öffentlichen Plätzen in Nürnberg rund 300 Streetsoccerteams mit 1.500 Kindern und Jugendlichen aus bis zu 60 Herkunftsländern.

  • Nürnberger Friedenslauf vor dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände seit 2007
    Der Friedenslauf wendet sich an Schulen jeder Art und ist als Sponsorenlauf angelegt.  Der Erlös geht an Friedensprojekte in Krisengebieten, z.B. für die Ausbildung von Traumapädagogen in Palästina,  Israel, Bosnien und Irak oder für ein Projekt ehemaliger Straßenkinder in Kolumbien.
    2007 und 2008 starteten jeweils rund 1.100 Schüler, 2010 waren es rund 1.400 TN, 2012 dann wieder 1.110 TN. Am 17. Juli 2014 findet der 5. Nürnberger Friedenslauf auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände statt.

  • Eichenkreuz Nürnberg ist Gründungsmitglied im Bündnis gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg, das im Frühjahr 2009 gegründet wurde.

  • Beratung des Gräfenberger Sportbündnisses
    Im Herbst 2009 unterstützten wir zusammen mit der Gräfenberger Dekanin Christine Schürmann die Gründung eines Sportbündnisses. Acht Sportvereine wollten Zeichen setzen gegen Rechts und EK Nürnberg konnte somit die Region unterstützen die lange Zeit unter den Neo-Nazi-Aufmärschen zu leiden hatte. Inzwischen sind weitere Verein hinzugekommen (rund 6.000 Vereinsmitglieder) und wir sind weiterhin in Verbindung. Unsere Erfahrungen waren sehr hilfreich für den Start.

  • Beratung und Mitarbeit von/bei ‚Roth ist bunt‘ – einem kommunalen Bündnis für Respekt und Menschenwürde

  • Europäisches Kultur- und Sportfest afrikanischer Teams – FC Walia und EK als Veranstalter
    Auf dem Zeppelinfeld Nürnberg fand diese Großveranstaltung vom 28.-30.7.2011 statt. Rund 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bzw. Besucher. 22 Fußballteams aus Europa und den USA, mehrere große Kulturveranstaltungen mit großer Unterstützung durch EK und die Stadt Nürnberg. FC Walia ist ein Fußballteam von Eichenkreuz Nürnberg.

  • Unterstützung von unbegleiteten Flüchtlingsjugendlichen
    EK Nürnberg unterstützt die Jugendlichen im Sammellager Zirndorf und die WG Bahia in Nürnberg mit Sportkleidung (durch Spenden) und Einbindung in Sportveranstaltungen (Fußball- und Volleyballturniere von EK Nürnberg)

  • EK lädt immer wieder ein zu Ausstellungen in das Haus „eckstein“
    2006: Sport und Menschenrechte
    2008:  Kicker, Kämpfer und Legenden
    2010: Tatort Stadion,
    2012: Schwule und Lesben im Sport

Peter Reuter

Kirche und Sport in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

Der Arbeitskreis „Kirche und Sport in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern“ ist eine landesweite Arbeitsgemeinschaft, die im Auftrag der Landeskirche gemäß der Heiligen Schrift und dem in ihr geltenden Bekenntnis tätig ist. Angesichts der wachsenden gesellschaftlichen Bedeutung des Sportes begreift der Arbeitskreis seine Aufgabe vornehmlich darin, sich in Kirche und Sport für die Würde des Menschen einzusetzen.

Zusammen mit dem Arbeitskreis der römisch-katholischen Kirche bildet er den ökumenischen „Landesarbeitskreis Kirche und Sport in Bayern“.

Worum geht‘s?

Die Kirche muss sich auf die Herausforderungen und die Probleme, die durch den Sport entstehen, einlassen, wenn sie nicht an der Lebenswirklichkeit vieler Menschen vorbeigehen will. Der Sport muss zu einer tragfähigen Ethik finden und darf Grundsatzfragen nicht verdrängen, wenn er dem Menschen wirklich dienen will. Kirche und Sport können und müssen zu wichtigen Fragen unserer Gesellschaft Position beziehen und Antworten geben. Sie können gemeinsam helfen, dass unsere Gesellschaft lebenswert bleibt.

Ziele des Arbeitskreises Kirche und Sport

• Unterstützung von Initiativen für Toleranz, Integration und Inklusion im Bereich von Kirche und Sport
• Vernetzung und Stärkung des Verhältnisses von Kirche und Sport
• Förderung von Sport und Bewegung in der bayerischen Landeskirche
• Ethisch-theologische Reflexion und Begleitung des Sports in der Gesellschaft

Aufgaben des Arbeitskreises Kirche und Sport

• Fragestellungen von Kirche und Sport in allen Bereichen kirchlichen Lebens bewusst zu machen
• Förderung von Begegnungen und Veranstaltungen
  Der AK regt an und fördert Begegnung zwischen Mitarbeitenden der Kirche und Funktionsträgern des Sports, Sport­rüstzeiten und Sportveranstaltungen (z.B. KonfiCup, Laufen für Gerechtigkeit).
• Kontakte zum Bayerischen Landessportverband (BLSV), dort im Ausschuss ‚ Ethik im Sport‘
• Ökumenische Zusammenarbeit mit Kirche und Sport in der katholischen Kirche
• Kontakte zum Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB)
• Kontakte zur Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
• Wahrnehmung der gesellschaftlichen Entwicklungen im Bereich des Sports, wie z.B. Erholung und Tourismus, Fragen von Work-Life-Balance, Seniorensport, Inklusion Zusammensetzung

Der Arbeitskreis Kirche und Sport in der ELKB setzt sich zusammen aus:

• Mindestens einer/m beauftragten Pfarrer/in pro Kirchenkreis
• Dem zuständigen Referenten aus dem Landeskirchenamt
• Einem/einer Vertreter/in von ej-sport
• Einem/einer Vertreterin des Bayerischen Landessport­verbandes (BLSV)
• Weitere Mitglieder können berufen werden
• Der AK wird geleitet von einem Sprecher/einer Sprecherin, der/die zugleich Beauftragte/r für Kirche und Sport in der ELKB ist.

Martin Voß, Sprecher des Arbeitskreises